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    <title>b1032526</title>
    <link>https://www.laterale.eu</link>
    <description>Gedanken zu den Interpretationen der Lebendigkeit - also eigentlich alles, was im Moment wichtig ist. Zumindest aus einer Perspektive, die zwangsläufig nur eine unter vielen ist.</description>
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      <link>https://www.laterale.eu</link>
    </image>
    <item>
      <title>Du bist ein Begrenzter</title>
      <link>https://www.laterale.eu/du-bist-ein-begrenzter</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h1&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Grenzen respektieren
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h1&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Kollegin fragte mich kürzlich im Rahmen einer Beratung zu einer Lehrveranstaltung, wie man mit einer Frage der Teilnehmer:innen umgehen könnte, die sich immer wieder stellte:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie kann man sich als Person gut abgrenzen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zuweilen kommen Menschen offensichtlich zu diesem Punkt bzw. der erfahrenen Notwendigkeit sich gegenüber einer Situation oder gegenüber anderen Menschen abgrenzen zu wollen, in der Annahme, dass sich dadurch das eigene Wirken freier und entlasteter entfalten könne.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu dieser Frage sind bei mir ein paar Überlegungen entstanden, die möglicherweise auch zu einem didaktischen Handeln führen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           “
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du bist ein Begrenzter
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ”, sagte Peter Gruber in einem Vortrag. Wir sind in Grenzen, sind Endliche, Sterbliche, so wie wir auch stets Geburtliche sind. Immer wieder neu gilt es, die eigene Grenze und Begrenztheit zu entdecken, zu erkennen und zu akzeptieren. In der Annahme dieser Grenze und Begrenzung liegt der Schlüssel für die Kraft der Persönlichkeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Begegnung findet zwischen Begrenzten statt, also zwischen Menschen, die um ihre Grenze wissen. Kommunikation, vor allem gute, findet an der Grenze, eben zwischen, statt. Kooperation nutzt die Begrenzung, die jeweilige Eigenart, für gemeinsame Leistung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           “Sich abgrenzen…” Ich muss es tun, um wirklich selbst und eigen sein zu können. Und – das ist das Paradoxe- ich muss es auch aufgeben, um das Du – als Voraussetzung und Bedingung des Ich – im Gegenüber erleben zu können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Grenze ist wichtig: sie umfasst und sie rahmt ein, sie hält zusammen, in ihr ist Zugehörigkeit, sie schützt nach außen und wahrt nach Innen die Identität, durch sie werde ich als ich ansprechbar, sie erst ermöglicht Verantwortung, auch im Sinne einer Antwort, auf Fragen, die an mich gerichtet sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit der Grenze wird das Unterschiedene, das Andere-Fremde, Neue, die Möglichkeit des Anderssein sichtbar, dass es sonst so nicht gäbe. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            “
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sich abgrenzen…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ” dahinter höre ich den Wunsch des Geschützt-sein-Wollens und der Autonomie und der freien Entscheidung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es soll die Grenze nicht mehr durch andere überschritten oder verletzt werden. Die Sehnsucht danach, selbst zu sein und nicht vorrangig auf etwas zu reagieren. Ich handele aus meinen Grenzen, ich bin der Handelnde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Erst wenn die Stärke aus sich heraus, die Gewissheit des Selbst sich Raum geschaffen hat, wenn ich selbst-verständlich bin, dann erst werde ich bereit sein, auf andere zuzugehen und Anliegen, Welt und Vorstellung zu teilen, schaffen, vermehren.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann bin ich sicher in meiner Begrenzung und lasse zu, weil ich geschützt bin.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Was ich mit Menschen, die diese Frage haben im Rahmen einer solchen Veranstaltung tun würde?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ul&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Über Grenzen reden: Assoziationen, Vorstellungen, Erfahrenes, Erlittenes
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Impuls zu Grenzen und Selbstwerdung: was sind Grenzen und welche Funktion erfüllen sie? (siehe auch R. Guardini, M. Frisch (Stiller, z.B. S. 536))
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            eigene Bilder entwickeln zur Ist/Soll-Situation (was ist derzeit, wie steht es um die Grenzen, wie ist die Vorstellung der Zukunft, was soll sein)
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            “Marktwirtschaftliche” Betrachtung dieser Situationen: Kosten und Nutzen-Aspekte des Ist bzw. des Solls: Was ist der Gewinn, was der Preis? Was habe ich davon, dass es so ist wie es ist, bzw. nicht so ist?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            persönlicher Austausch untereinander in Kleingruppen, insbesondere unter dem Fokus dessen, was das jeweilige persönliche Ziel ist: was will ich erreichen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Handlungstransfer jedes Einzelnen: wofür entscheide ich mich? Und was werde ich konkret tun?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;a href="#_ftn1" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            [1]
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ul&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genau in dieser konkreten Handlung und Entscheidung liegt dann die Kraft und Souveränität von uns „Begrenzten“, die lebenssicher macht.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 27 Aug 2024 16:28:11 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Wie es wirklich ist</title>
      <link>https://www.laterale.eu/wie-es-wirklich-ist</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wirklich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/www.samuelbeckett.it-447aea7d.png"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie es sich wirklich verhält?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kein Mensch kann es sicher sagen, keiner weiß Bescheid, im Grunde sind alle im gleichen Dunkel und Unbegriffenen, es sei denn, das ließe sich teilen. Lässt sich aber nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Deswegen glaube ich auch nicht denen, die meinen, sie hätten Gewissheit. Woher denn? Möglicherweise ist es allerdings so, dass ich deren Talente oder Wahrnehmungsebenen nicht kenne oder sie mir nicht zugänglich sind. Dann hätten sie recht und ich verstünde nur die Klarheit nicht. Die Welt auch nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kann man das lernen? Bei wem? Und warum setzt sich das, wie es wirklich ist, nicht zum Besseren durch? Weil das, wie es wirklich ist, doch nicht so ist, wie es wirklich sein sollte oder könnte, weil es im Kern nicht so gut ist, wie es sein müsste? Dann wiederum hätte ich grundsätzlich tatsächlich etwas nicht verstanden und wollte auch gar nicht wissen, wie das, wie es wirklich ist, wirklich ist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/www.samuelbeckett.it-447aea7d.png" length="342168" type="image/png" />
      <pubDate>Sun, 28 Jan 2024 18:05:00 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Zeichen der Zeit</title>
      <link>https://www.laterale.eu/zeichen-der-zeit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zeichen der Zeit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/IBIS-Flur-2000x1200-81f3b2eb.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Intelligenz der wachen Momente besteht darin, Dinge sinnvoll miteinander so zu verbinden, dass daraus etwas Weiteres entstehen kann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das ist nicht nur Chance, sondern gleichzeitig Herausforderung, denn mit der Verbindung und dem, was daraus entsteht, wird unwillkürlich auch die Frage der Steuerung von Komplexität angesprochen - Steuerung ist Gestaltung und entscheidet für Resultate ohen Zufääligkeiten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Um sich diesen beiden Aspekten produktiv zuzuwenden -  Verbindung  und  Steuerung  - sind Kooperationen hilfreich und wir freuen uns über die Partnerschaften zur Umsetzung von Entwicklungsprogrammen in Organisationen, die wir für Projekte immer wieder beginnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das macht nicht nur wach, sondern inspiriert für Weiteres.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/IBIS+Flur+2000x1200.jpg" length="155201" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Wed, 11 Jan 2023 15:47:37 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.laterale.eu/zeichen-der-zeit</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Voraussetzungen der Wirksamkeit</title>
      <link>https://www.laterale.eu/voraussetzungen-der-wirksamkeit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Freiheit der Wirkung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/under-construction"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/IMG_9529-459f5bc0-e369ca74.jpeg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist sicher so, dass man nicht zu jeder Zeit in jedem Augenblick wirksam sein möchte - obwohl man es dennoch ist. Wirkung zu haben ist verbunden mit der festen Absicht, etwas bewirken zu wollen. Diese Absicht hält uns unter Spannung, denn zu Vielfältig sind bei genauerem Hinsehen die Gelegenheit, Möglichkeiten und auch Notwendigkeiten, um es sein zu können.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Es gibt viele Themen, in denen wir uns gefragt fühlen können, einen Beitrag zur Lösung einer Fragestellung zu liefern oder sich eines Themas überhaupt anzunehmen und eben nicht weg zu schauen. Dadurch, dass wir um Stellungnahme gefragt sind, sind wir gleichzeitig auch danach gefragt, wie wirksam wir sind und sein wollen. Wirkung geschieht nicht nur zufällig. Und wer sich seiner Wirkung im Beabsichtigten oder in Kauf genommenen Nicht-Wirkung nicht zumindest im Ansatz bewusst ist, vergibt sich Möglichkeiten der Stellungnahme, also der Möglichkeit, nicht nur zufällig zur Wirkung zu kommen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wirksamkeit für sich, bezogen auf die eigene Person, ist attraktiv. Und damit anziehend und erstrebenswert. Unwirksamkeit hat die Nähe zum Gefühl des Scheiterns und ist von daher weniger wünschenswert, wenngleich eben darin viele Lernpotenziale darin steckten (es liegt sogar nah, dass im Scheitern die schnellste und nachhaltigste Form des Lernens liegt, wenngleich die Unangenehmste und nur unter der Bedingung, dass man diese Phase aushält und daraus lernen will).
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Will die einzelne Person allerdings voran kommen und sollen gute Begegnungen so vonstatten gehen, dass die Person selbst die Dinge mit gestalten kann und von daher wirksam wird, wäre im Vorfeld durchaus zu überlegen, was denn wesentliche Voraussetzungen zur Wirksamkeit sind:
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Zum Ersten ist da die Gunst des richtigen Augenblicks. Es nützen alle guten Anlagen und alles in Gedanken Entwickelte nichts, wenn es im falschen Moment zur Wirkung gebracht werden soll. Deswegen ist eine wesentliche Kompetenz, die Bedingtheiten des Moments überschauen, schnell einschätzen zu können und entsprechend zu handeln - oder eben jetzt nicht. Kurz: das Timing muss stimmen.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Dann ist die zu bevorzugende Haltung, um die jeweiligen Stärken zu wissen, sie zu betonen und auch zu nutzen. Das gilt für die eigenen Stärken und für die der anderen. Interessanterweise ist es in unseren Kulturkreis eine ernstzunehmende Frage der Balance, davon nicht zu viel zu wissen, sie zu sehr zu betonen, denn das wird selten als nützliche Kraft verstanden. Eine zu große Bescheidenheit allerdings wird ebenso als eigentlich kraftlos empfunden. Deshalb scheint es mir von Bedeutung zu sein, diese Grundhaltung zu pflegen und die Balance zu halten, damit die Kraft der Stärke tatsächlich wirksam werden kann. 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Gut ist es, die eigenen Interessen und Ziele zu kennen und sie absichtsvoll zu verfolgen. Angesichts der Wirksamkeit sind Absichten im Zweifelsfall auch deutlich zu setzen, ansonsten bleibt sowohl die Wirkung als auch das Erreichen von Zielen fast zufällig und im besten Fall glücklich, möglicherweise einhergehend mit mäandrierender Modifikation dessen, was das Ziel ist, hier eher einem Opportunismus folgend als kluger Anpassung. 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Um wirksam zu sein, ist die Kraft der Vorstellung nötig. Ohne Bilder dessen, was sein soll, keine Ausstrahlung, die Wirkung hat. Denn die Richtung fehlt und wiederum ist der Zufälligkeit Tür und Tor geöffnet. Ist die Vorstellungskraft noch zu schwach, sollte sie trainiert werden, z.B. durch bewusstes Träumen, durch konsequente Beobachtung des eigenes Weges und des weiteren Verlaufs und einer Schärfung der darin enthaltenen Konsequenzen. Auch wenn es meist nicht auf der Hand liegt und auch nicht leicht zu formulieren ist - fühlen lässt es sich meistens leichter: wichtig ist es, sich eine Klarheit darüber zu verschaffen, wofür ich stehe und wofür ich bekannt sein möchte, was also meine "Mission" sein könnte. Das hilft der Vorstellungskraft und macht sie greifbarer. 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Diese Klarheit und Kraft führt führt zu weiteren Punkten, nämlich zu Wille und Entschiedenheit . Wahrscheinlich lassen sich die Fragen meistens leichter stellen, als eine Antwort geben: Was will ich? Zu was bin ich entschieden? Allerdings, nur weil es schwierig ist, kommen wir an diesen Fragen nicht vorbei, wollen wir handlungsfähig und wirksam sein.\nBei genauerer Betrachtung handelt es sich hier auch nicht um die eine gültige Antwort, sondern eher um eine permanente Frage, die dadurch, dass sie sich dauernd und fast unbeeindruckt von früheren Überlegungen stellt, uns vor allem in der Abgrenzung (ich weiß was ich nicht will) den für uns möglichen Weg weist. Wenn wir denn wollen und dazu entschieden sind. 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Eine weitere Voraussetzung der Wirksamkeit liegt im weiteren Umfeld der Entschiedenheit, denn zu ihr gehört auch die Entscheidungsfreude . Diese Freude findet das rechte Maß zwischen Nachdenklichkeit und Risikobereitschaft. In beinahe jeder Situation und wiederum abhängig von der langfristigen Absicht ist die Balance neu zu finden und es bedarf eines ausgewogenen Gefühls zur Situation. Wenn wir schon beim Thema Entscheidung sind, ist die Frage nach der Urteilsfähigkeit nicht mehr fern, denn sie hat erheblichen Einfluss darauf, wie Situationen eingeschätzt und eingeordnet werden müssten und vor allem, welche Schlussfolgerung zu ziehen ist. Die Umsetzung der Schlüsse hat mit Formen eines bestimmten und planvollen Agierens ;zu tun, was wiederum eine Wirkung zur Folge hat.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Denkt man hier noch ein wenig genauer, so fällt auf, dass zur Entscheidungsfreude die Unterscheidungskraft gehört, denn es nur allzu sinnfällig, dass nur dort eine Entscheidung möglich ist, wo es etwas zu entscheiden gibt. Es geht also nicht um Entscheidungen um ihrer selbst willen, sondern um eine geschärfte Wahrnehmung von Situationen mit ihren Notwendigkeiten und Aufforderungen. 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Mit der Wahrnehmungsfähigkeit („worum handelt es sich hier“) geht ein Aspekt einher, der Fähigkeiten in einer weiteren Dimension verlangt: ich sollte in der Lage sein, von mir selbst absehen zu können, gleichsam durch mich hindurch, auf das, was dahinter, daneben, dadrüber steht. Ohne diese Selbstdistanzierungsfähigkeit werden wir nicht in der Lage sein, über einen weiteren Bezugspunkt z.B. Lösungen zu finden, die durch die Unmittelbarkeit und Begrenztheit der einzelnen Situation verdeckt sind. 
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Dann wird es außerdem leichter, sich auf das, was die Situation erfordert und / oder die jeweilige Absicht ist, zu konzentrieren oder besser, sich fokussieren zu können. Denn ohne Konzentration keine Wirkung im Rahmen des uns Möglichen. Diese konzentrierte Bezugnahme ist allerdings ohne Disziplin nicht möglich, bei gleichzeitiger Fähigkeit, bei aller Fokussierung auch flexibel zu sein. Weil das in vielen Fällen nicht leicht sein dürfte, halte ich Disziplin und Konsequenz für unbedingt erforderlich, denn zu vielfältig sind die Nebenpfade, zu verführbar sind wir durch die Dynamik von Ereignissen und dem erscheinen von neuen Aspekten. Natürlich sind all die vorgenannten Punkte leichter zu entwickeln und umzusetzen, wenn wir uns handlungsmächtig fühlen. Das liegt oft an der Situation selbst - nicht alles ist durch uns beeinflussbar -, ebenso aber auch daran, wie wir diese Situation beschreiben, fokussieren und interpretieren. Also liegt vieles daran, wie wir selbst unsere Aufmerksamkeit steuern, weil die wiederum die jeweiligen Deutungen nahelegt und vorbereitet.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wenn es gelingt, mit unserer Wahrnehmung variabel und eben nicht eingeschränkt zu sein und dabei tendenziell die Möglichkeiten, Gelegenheit und Chancen zu sehen, desto leichter wird es, den Spielraum der eigenen Wirksamkeit im Interesse des Bewirkenwollens zu nutzen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           „Nicht bloß die objektive Möglichkeit - auch die subjektive Fähigkeit zum Glück gehört erst der Freiheit an.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           T.W. Adorno, Minima Moralia , Suhrkamp 2001, S. 159
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 07 Nov 2022 15:33:06 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Das Andere</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Toleranz
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/Neon_BLN-55aeff3f.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Solange das Andere unerkannt bleibt, solange kann Fremdes nicht vertraut werden und sich eine Begegnung, die Neues hervorbringt, nicht ereignen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Manchmal erkennen wir das Andere an seltsamen Orten, ungewöhnlichen Zeiten und in einer Gestalt, die wir nicht für möglich gehalten hätten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Deswegen tun wir gut daran, wach zu bleiben und überraschbar dazu, denn das hilft zu anderen Blickwinkeln zu kommen und unseren eigenen als den Unseren überhaupt zu begreifen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wesentliche Grundbedingung dabei ist Toleranz.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 28 Oct 2022 17:29:07 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Horizonte im ewigen Moment</title>
      <link>https://www.laterale.eu/horizonte-im-ewigen-moment</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Perspektive in Corona-Zeiten
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/04de171d/dms3rep/multi/IMG_6235-70bfea66.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Mensch ist ein Gewohnheitstier; meine längst verblichene Oma glaubte womöglich an diesen altbekannten Spruch. Jedenfalls sagte sie, etwa wenn ich dagegen rebellierte in aller Frühe aufzustehen und in Schule zu gehen, oft: „Daran gewöhnst du dich. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“ Ein Tier zu sein, vielleicht ein Meerschweinchen, ein Wellensittich oder eine Katze, konnte ich mir vorstellen, zumal die nicht zur Schule mussten. Aber was, fragte ich mich, ist ein Gewohnheitstier? Tat ein solches Tag für Tag, Stunde um Stunde das genau Gleiche?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Zeit meines bisherigen Lebens habe ich versucht, mir keine Gewohnheiten zuzulegen, doch nun ist etwas passiert, an das nicht nur ich mich nicht gewöhnen kann. Wir sitzen in unseren Selbstisolationshaftanstalten, jede und jeder in seiner und seinem. Wir haben uns von unserem jeweiligen „alten“ Alltag verabschiedet, den „neuen“ aber nicht begrüßt; der hatte und hat nicht Begrüßenswertes. Wir waren und sind bemüht, uns an diese absurd-unsoziale Existenzform zu gewöhnen, sie irgendwie zu strukturieren. Das vollzieht sich in Etappen oder Phasen. Zunächst hofften wir, der Corona-Kelch möge an uns vorübergehen, sich jedenfalls nicht in seiner ganzen Fülle über uns ergießen; dies hofften auch andere Völker – ebenso vergeblich. Dann erlebten wir unsere Regierung aktionistisch wie selten zuvor. Maßregeln wurden erlassen und Verbote, Empfehlungen, Weisungen, Richtlinien erteilt – und Ratschläge gegeben, die sich tatsächlich wie Schläge aufs Gemüt anfühlten; eine schier unüberschaubare Menge von Informationen zu Covid 19 prasselte auf uns nieder. „Man traut sich ja nicht mal mehr, eine Dose Fisch zu öffnen“, sagte meine Nachbarin. Die Nachrichten von Tausenden Toten und schweren Krankheitsverläufen verstörten uns zutiefst. Aus Mangel an professionell gefertigten Mundschutzen (schon dieser Plural ist ein Graus) flickten wir uns selbst welche zusammen und laufen nun, falls wir uns überhaupt hinauswagen, mit diversen Gesichtsbinden, die mich tatsächlich an diese Damenhygieneartikel erinnern, durch nahezu menschenleere Straßen, doch bestenfalls zum nächsten Supermarkt, wo wir anfangs vor allem Toilettenpapier, Grundnahrungsmittel und Konserven kauften, aber bald auch Bier-, Wein- und Schnapsflaschen in „nicht üblichen“ Mengen. Ich (und gewiss nicht ich allein) bedauerte die Obdachlosen, die ich, seit ich des Öfteren von Polizisten nach Wohnort und Ziel befragt wurde, schon fast beneiden wollte, um ihre unfreiwillige Freiheit; zumindest den Gedanken kann ich mir, obwohl er arg zynisch ist, nicht verkneifen. Während der ersten Tage des jetzigen Zeitalters lächelten wir Passanten einander gelegentlich an, so, als wären wir nicht sicher, ob wir uns jemals wiederbegegnen würden. Inzwischen aber weicht mir jeder meine kurzen Wege kreuzende Mitmensch in großem Bogen aus, hält den Kopf gesenkt, vermeidet Blickkontakt. Nur die Kinder und die Hunde an ihren Leinen verhalten sich etwas unbefangener. Wir verstehen, dass sie nicht verstehen, was los ist; gut, die Kinder vielleicht ein bisschen. Und wir fragen uns, ob wir es verstehen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist Frühling geworden, die Sonne scheint und wärmt, sogar durch die Fensterscheiben, an denen Krähen und Tauben vorüberfliegen, die Bäume schlagen aus, die Tulpen setzen zur Blüte an, die Amselhähne sitzen morgens laut zwitschernd auf den Mobilfunkantennen. Wir Großstädter beobachten all das von drinnen, hätten gerne einen Garten, ein ahnungsloses, aber freundlich um uns herumwuselndes Haustier, einen Hund, eine Katze oder zwei, drei Goldhamster. Denn das Letzte, was mich zum Lachen brachte, war eine Karikatur zum Thema Hamsterkäufe: Ein Mann schiebt einen Einkaufswagen voller kleiner, quirliger Hamster vor sich her und in der Denkblase über seinem Kopf steht: So, nun habe ich für ne Weile genug Gesellschaft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ja, diese Pandemie wird abklingen, wir werden wieder überall hin und zur Arbeit und sogar reisen dürfen. Aber wird es eine (genauer unsere) Welt, die, die wir kannten, nach Corona geben? Eine Welt vor Corona gab es ja auch nicht, denke ich – und dann an einen hochphilosophischen Witz, den ich einst in Boston, am berühmten MIT (Massachusetts Institute of Technology) hörte. Zwei Planeten, A und B, deren Umlaufbahnen sich in der Einsamkeit des Weltraums alle Dreißigmilliarden Jahre kreuzen, sausen nach eben dieser Zeit aufeinander zu. Wie geht’s, fragt Planet A seinen Planetenkumpel B. Schlecht, antwortet der als sie gleichauf sind. Warum? ruft, schon weiterrasend, Planet A. Ich hab Homosapiens, ruft B. zurück und vernimmt dann aus der Ferne, doch gerade noch hörbar, den Trost des Planeten A.: Behalt die Nerven. Das geht vorbei …
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Katja Lange-Müller, April 2020
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           © für die Laterale e.U.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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